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Herzlich willkommen im Evangelischen Kirchenkreis Torgau-Delitzsch

Andreas Moeller19Torgau. In der Alten Superintendentur Wintergrüne 2 in Torgau versammelten sich am Samstag (6. April 2019) die Mitglieder der Synode des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch. Nach einem Gottesdienst in der Schlosskirche, begrüßte Präsidiumsmitglied Pfarrer Dr. Axel Meißner die gewählten Vertreter aus den Kirchengemeinden. Das Fehlen von Präses Dieter Roth war schnell begründet: Er befand sich zur gleichen Zeit im Landeskirchenamt der EKM in Erfurt, wo sich der Bischofswahlausschuss traf. Bekanntlich wird im Herbst ein Nachfolger für Landesbischöfin Ilse Junkermann gesucht. Das Hauptthema der Frühjahrssynode lautete: „Ehrenamt in der Kirche“. Dazu wurde als Referent und Gesprächspartner Kirchenrat Andreas Möller vom Landeskirchenamt herzlich begrüßt.

Herr Möller arbeitet dort als Referent für modellhafte Gemeindeentwicklung. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen stellte er fest, dass ohne das Ehrenamt bei Kirchen’s nichts geht. Die meisten Ehrenamtlichen sind in Deutschland in der Kirche zu finden – auf Platz zwei der Statistik folgen mit einigem Abstand die Sportvereine. Angesichts immer größer werdender Kirchengemeinden und Pfarrbereiche steigt auch das Aufgabenfeld dieses Freiwilligenpools. Andreas Möller wertete eine Befragung der EKM vom Januar/Februar 2018 aus, in der konkret zum Thema „Ehrenamt in der Kirche“ Nachforschungen anstellt wurden. Einmal abgesehen von der Vielzahl der Ehrenamtlichen wurde auch deutlich, dass die meisten der ehrenamtlich tätigen Menschen nicht nur eine Aufgabe in der Kirche freiwillig übernommen haben. 45 Prozent der Befragten sind für 2-4 Aufgaben zuständig; 17 Prozent für 8 oder noch mehr Ehrenämter. Das eröffnet schnell die Frage, ob es im Ehrenamt in der Kirche zu Überlastung und Stress kommen kann. Andreas Möller: „Die Grenze zwischen ‚Spaß am Ehrenamt‘ und ‚Das fühlt sich an wie Dienst‘ ist dabei sehr diffus.“ Sein Mahnruf ging an alle Hauptamtlichen, das Ehrenamt nicht als selbstverständlich anzusehen. Viele Ehrenamtlichen fühlen sich auf ihren Positionen und in ihren Ämtern oft allein gelassen.
Soll das Ehrenamt bezahlt werden? Und wenn ja, in welcher Höhe? Oder ist das Ehrenamt ein ehrenvolles Amt, das keinerlei Honorierung bedarf? Diese Kernfragen trafen in der Diskussion aufeinander. Ehrenamtliche Kirchenmusiker z.B. werden für ihren Dienst an der Orgel am Sonntag im Gottesdienst bezahlt. Hält ein Lektor den Gottesdienst oder übernimmt ein Prädikant den Taufgottesdienst, dann gehen diese in der Regel leer aus – obwohl bei beiden die Zeit der Vorbereitung und Durchführung möglicherweise größer ist. Zur Frage der Bezahlung passte der Antrag der Kirchengemeinde Bad Düben an die Synode: Die Dübener Gemeindekirchenräte wollten wissen, ob Pfarrer im Ruhestand oder Lektoren finanziell – wie die ehrenamtlichen Kirchenmusiker – bedacht werden könnten? Superintendent Mathias Imbusch kann den Antrag durchaus verstehen, aber die Rechtslage innerhalb der EKM lässt im Blick auf Pfarrer im Ruhestand keine Spielräume zu. Aus dem Auditorium wurde an der Stelle bekannt, dass just zum gleichen Anliegen derzeit ein Antrag des Kirchenkreises Wittenberg der Landessynode vorläge. Daher wurde der Dübener Antrag zunächst in die Synodenausschüsse „Bau- und Finanzen“ sowie „Kirchliches Leben“ verwiesen – zudem wolle man erst einmal schauen, wie der Landeskirchenrat zum Wittenberger Antrag berät.
Aus dem nachfolgenden Bericht des Superintendenten erfuhren die Synodalen einige Neuigkeiten. So z.B. dass der Kirchenkreis einen Antrag an das Landeskirchenamt gestellt hat, in dem es um die Bewilligung für einen „Erprobungsraum“ geht. Hintergrund: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) möchte Gemeinde „neu denken“. Sie eröffnet Freiräume, damit sich alternative Formen von Kirche entwickeln und gedeihen können. Im November 2014 hat die Landessynode „ermutigt, neue Gemeindeformen im säkularen Kontext zu erproben. Hierzu bedarf es einer großen Offenheit.“ Die neuen Formen sollen dabei die bewährten nicht ersetzen, sondern ergänzen – damit verschiedene Menschen das Evangelium hören und verstehen können. Nun möchte der Kirchenkreis Torgau-Delitzsch im Vorfeld der 2022 in Torgau stattfindenden Landesgartenschau den Erprobungsraum „Gemeinde auf Zeit“ testen und ins Leben rufen. Mathias Imbusch: „Diese Gemeinde auf Zeit soll ökumenisch und regional sein und sie soll alle die Menschen zusammenführen, die im Vorfeld und in der Phase der Durchführung der sechsmonatigen Landesgartenschau aktiv werden.“ Die landeskirchliche Entscheidung dazu steht noch aus. Weiterhin gab er bekannt, das Anfang Juli 2019 der Kirchenkreis von zwei Vertretern der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) besucht wird. Dabei handelt es sich um Dr. Irmgard Schwaetzer (Bundesministerin a.D., Präses der Synode der EKD
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) und Dr. Dr. h.c. Volker Jung (Kirchenpräsident Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Mitglied des Rates der EKD). Anlass ihres Besuches ist der 30. Jahrestag der friedlichen Revolution im Osten Deutschlands. Andreas Bechert