• fest-menschenmenge-torgau-delitzsch.jpg
  • glocke-torgau-detizsch.jpg
  • kindergruppe.jpg
  • kirchenchor-torgau-delitzsch.jpg
  • orgel-kirchenkreis-torgau-delitzsch.jpg
  • orgel-kktd.jpg
  • skyline-torgau-delitzsch.jpg

In der Selbener Kirche tickt es wieder

selben10 18Für so manchen Selbener gehört der Glockenschlag vorm Kirchturm zu den Kindheitserinnerungen. Es war das Signal, das anzeigte: Es ist Zeit, vom Spielen nach Hause zu kommen. Doch in den 70er-Jahren ging die Uhr kaputt. Und konnte seitdem nicht repariert werden. Doch seit einigen Tagen tickt es wieder im Selbener Kirchlein. Und das wird am Sonnabend, dem 22. September, gefeiert.

„Für eine Reparatur wurden zu DDR-Zeiten keine Mittel zur Verfügung gestellt. Die Dorfkirche ist seitdem das Sorgenkind der Gemeinde und führte einen Dornröschenschlaf. Mit ihren mehr als 500 Jahren ist sie nicht nur Mittelpunkt des Dorfes, sondern gehört auch zu den ältesten Kirchen in Nordsachsen. Im Jahr 1222 wurde Selben urkundlich erstmalig erwähnt“, berichtet Peter Lützkendorf, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Förderkreises betreibt. Dieser versucht seit 2006, das Gebäude vor dem Verfall zu retten. Das hat zwar ein neues Dach. Aber im Inneren wellt sich der Fußboden, der stabilisierende Ringanker ist marode, die Wände müssen saniert werden. Die Kosten für eine Sanierung sind hoch, erreichen sechsstellige Beträge.

„Wir hoffen schon, dass das Wunder passiert, die Kirche zu retten. Wir hoffen auf den baldigen Durchbruch“, schätzt Lützkendorf. Nicht allein ihn freut es, dass nun mit der neuen Uhr erst einmal ein Zeichen gesetzt werden kann. „Das ist für alle notwendig. Viele Selbener und Freiwillige unterstützen das Engagement, die mehr als 500 Jahre alte Kirche zu erhalten. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Glocke wurde schon einmal repariert. Leider sind die Erfolge nur in kleinen Schritten messbar.“

Mit der Feier dam 22. September will sich der Förderkreis zum einen offiziell bei dem Spender und bei allen Helfern und Unterstützern mit einem kleinen Gottesdienst bedanken und zum anderen weiter für das Anliegen werben. Der Gottesdienst beginnt um 17 Uhr mit einer Andacht. Die Glocke soll dann erstmals vom Glockenschlag der neuen Uhr angeschlagen werden. Im Anschluss gibt die Band „3saitix“ ein kleines Konzert in der Kirche. Danach sind alle zum Beisammensein eingeladen.
Quelle: LVZ | 17.09.2018 | Heike Liesaus

Selbener Förderkreis engagiert sich für die Erhaltung der Dorfkirche

Den Förderkreis Kirche Selben gibt es schon länger, in den vergangenen zwei Jahren hat er seine Aktivitäten verstärkt, organisiert Veranstaltungen, Konzert und anderes in der Kirche des Delitzscher Ortsteils, denn er ist angetreten, um die Kirche zu erhalten. Dazu benötigt es viel Geld und eine entsprechende Nutzung des Gebäudes.

selben 01 18

Selben. In Spröda und Kletzen haben engagierte Bürger einen Förderverein gegründet, um die dortigen Kirchen zu erhalten. An beiden Gotteshäusern hat sich seitdem viel bewegt. Auch im Delitzscher Ortsteil Selben machen sich Menschen Sorgen, um die dortige Kirche. Das Gebäude ist in seinem Bestand gefährdet. Im Inneren gibt es unter anderem Senkungserscheinungen. An mehreren Stellen, vor allem im Altarraum, hat sich der Fußboden gewölbt. Es gibt zudem Risse im Mauerwerk. Zwar hat sich in Selben noch niemand gefunden, der sich an die Spitze eines Fördervereins stellen würde, aber seit Längerem gibt es einen Förderkreis. Der hat schon Anfang der 2000er-Jahre Geld für die Erhaltung des Gebäudes gesammelt und erste Sanierungsarbeiten begleitet, schließlich zählt die Selbener Kirche mit ihren rund 600 Jahren zu den ältesten in Nordsachsen. Gottehaus wird Konzertsaal Vor zwei Jahren hat eine Gruppe um Kathleen Schmidt, Patrick und Robert Fölsch, Erhard und Roland Kirsten, Dietmar Mieth, Helmut und Margot Schweitzer sowie Kirchenratsmitglied Ralf Schmidt und Pfarrer Daniel Senf die Arbeit des Förderkreises intensiviert und weitere Mitstreiter um sich gescharrt, um etwas für die Kirche zu tun. „Wir müssen sie mit Leben erfüllen. Nur so haben wir eine Chance, Gelder für ihre Sanierung zu erhalten“, nennt Patrick Fölsch ein Ziel des Förderkreises. Drei bis vier Veranstaltungen wie das Osterfeuer, das Advents- und andere Konzerte oder den Vortrag des Delitzscher Oberbürgermeisters zur Orts- und Kirchengeschichte in diesem Sommer organisiert der Förderkreis. Dabei werden alle Veranstaltungen kulinarisch umrahmt, wobei der Erlös aus dem Verkauf der Kirche zugutekommt. Stromversorgung sichergestellt Aber auch handwerklich haben Förderkreismitglieder bereits Hand angelegt. So ist 2015 vor der Kirche ein Schaukasten aufgestellt und die Fläche um ihn herum gepflastert worden. 2016 wurde ein Erdkabel bis zur Kirche verlegt und das Außengelände verschönert. Ebenfalls im Vorjahr haben Förderkreismitglieder innen und außen an der Kirche Gipsplomben angebracht, um festzustellen, ob das Mauerwerk noch arbeitet. In diesem Jahr folgte die Elektroinstallation, sodass das Gotteshaus zur Christvesper am 24. Dezember um 16 Uhr ordentlich beleuchtet ist. Auch ein großes Plakat ist in Auftrag gegeben worden, auf dem für die Erhaltung der Kirche geworben wird. Im Frühjahr soll es außen am Gotteshaus angebracht werden. Und seit diesem Jahr informiert der Förderkreis auch regelmäßig auf der Internetseite www.kirche-selben.de über seine Aktivitäten. Innig hoffen die Förderkreismitglieder, dass die Gespräche mit der LMBV zu den Schäden am Gotteshaus zu einer positiven Klärung führen. Quelle: LVZ | 21.12.17 | Thomas Steingen

Unser Kirche Selben – ein Geschichtsabriss

selben1Wir schreiben das Jahr 1289. Selben wird erstmalig im Lehenbuch des Marktgrafen von Meißen urkundlich erwähnt. In diesem wird unser Ort, wie auch die Umgebung von Delitzsch, als sehr morastig und sumpfig beschrieben.

Die Selbener Kirche, eine spätgotische Saalkirche ist um 1500 erstmalig genannt, wobei deren Baujahr bisher nicht eindeutig feststeht. Diese Kirche weist eine Besonderheit auf, die nicht so häufig unter den Dorfkirchen zu finden ist. Sie ist als Feldsteinbau errichtet. Die Feldsteine des flachgegründeten Fundaments sind in ein Kalk-Sandstein-Gemisch eingebettet – eine Bauweise die heute unvorstellbar ist. Diese Bauweise hat aber über 500 Jahre in dem morastigem und sumpfigem Gelände standgehalten – und warum? Weil sich der Untergrund in Ruhe und im Gleichgewicht befand, und zwar so lange, bis der Mensch in die Geologie eingriff.
 
Der mit Backsteinen versetzte alte Feldsteinbau ähnelt in seiner Gliederung in Saal und Chor vielen anderen Dorfkirchen, aber statt einer Turmanlage erhebt sich am Westgiebel des Schiffs ein quadratischer, tief in die Dachkonstruktion eingelassener Turmaufsatz mit schlanker hoher Spitze. Dieser hölzerne Dach- bzw. Giebelreiter, vermutlich erst in einer späteren Bauperiode aufgesetzt, war etwa um 1966 mit einer „deutschen Schieferdeckung“ (das heißt Platten mit schräg stehenden Reihen) eingedeckt worden. In seiner Funktion als Glockenstuhl war er ursprünglich mit zwei unterschiedlich großen Bronzeglocken ausgestattet, von denen nur die größere erhalten ist.
Noch bis Anfang des Jahres 2006 hinterließ die Kirche mit den vernagelten Fenstern einen fast vergessenen Eindruck, aber im Herbst desselben Jahres setzten erste Rekonstruktionsmaßnahmen ein.

selben2Das Gebälk des Glockenstuhls wurde erneuert und danach (2007) das Dach neu eingedeckt. Besonders von der Nordseite her, wo sich die Dachhaut weit über die innen tonnengewölbte Sakristei herunterzieht, wird der besondere bauliche Reiz der alten Dorfkirche sichtbar.
Im Chor steht ein barocker Kanzelaltar, dessen hölzerne Aufbauten mit seitlichen Abendmahlsdurchgängen direkt an den blockhaften, massiven Altartisch anschließen. Der Kanzelhinterbau wird oben von einem durchbrochenen geschweiften und ornamental verzierten Giebelaufsatz gekrönt. Der Kanzelkorb mit gedrehtem Säulchen am Fuß enthält in den eingelassenen Bogenfeldern Ölmalereien mit teilweise noch gut ablesbaren biblischen Figuren und Szenen.

Von besonderer Bedeutung ist die etwas erhöht in die nördliche Chorwand eingelassene spätgotische Sakramentsnische, die auf die Entstehungszeit der Kirche zurückführt. Die spitzbogische Tür mit den eisernen Bändern und dem historischen Schloss ist noch verschließbar und wird von einer rechteckigen Maßwerkrahmung umgeben.

(Quelle: Auszüge aus dem Buch „Die Glocken von Werbelin und Buschenau“)

In Selben konstruierte sich ein Förderkreis, der sich mit Eigenleistungen und Spenden für die weitere Instandsetzung der Kirche einsetzt.

Link zur Seite des Fördervereins >> Kirche Selben

Spenden/Mitgliedschaft

Werden Sie Mitglied im Förderkreis und unterstützen Sie die Restauration der Selbener Kirche.

Überweisen Sie hierfür lediglich den Jahresbetrag von EUR 30,- auf folgendes Konto:
Kirchengemeinde Selben
Konto: 155 158 6029
BLZ: 350 601 90 (KD-Bank)
Verwendung: Förderkreis Kirche Selben

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Sie können den Förderkreis aber auch durch Spenden oder durch Eigeninitiative unterstützen. Für jede Idee und für jede Hilfe sind wir Ihnen dankbar.

zurück zu >> Fördervereine