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Seltene Geißler-Orgel in Zaasch saniert

1858 wurde die Geißler-Orgel gebaut und kommt seit dem in der evangelischen Pfarrkirche in Zaasch zum Einsatz. In den vergangenen Wochen erlebte sie die erste umfassende Sanierung, wurde nahezu komplett auseinandergebaut und in der Orgelwerkstatt Hüfken in Halberstadt aufbereitet. 56000 Euro kostete das Projekt, Fördermittel flossen.
 
seltene geissler orgel in zaasch saniert pdabigteaser
Die Conrad Geißler-Orgel in der Zaascher Pfarrkirche St. Ursula wird sich nicht nur in Kürze im aufgehübschten Äußeren präsentieren, sondern auch deutlich hörbar bessere Töne von sich geben. Dafür sorgten in den vergangenen Wochen die Orgelbauer Daniel Gatzsche und Matthias Godderigde von der Halberstädter Orgelbaufirma Hüfken. Die 1856 vom Eilenburger Orgelbaumeister Geißler (1825-1897) gebaute Orgel hatte eine dringende Verjüngungskur nötig. Sie stammt noch aus den Anfangsjahren des Schaffens des Orgelbauers. Um die 120 dieser Instrumente soll der Eilenburger Meister hergestellt haben. Während bei anderen Orgeln jener Zeit die Kastenbälge meist in einem problematischen Zustand sind, führte sie Geißler offenbar sehr gut aus. „Und sie halten bis heute, versehen ihren Dienst, laufen sehr gut“, sagen die beiden Orgelbauexperten. Über zwei Kastenbälge wird die Zaascher Orgel mit Luft, besser mit Wind, versorgt. „Sie war bis zu ihrem Abtransport spielbar“, betonte Pfarrer Matthias Taatz.
Die beiden Experten, die die Sanierung monatelang in der eigenen Werkstatt voranbrachten, hatten vor Ort tatkräftige Unterstützung vom Zaascher Frank Dittmann. Ihm sei es offenbar zu danken, dass zusätzliche Holzarbeiten möglich wurden, weil er selbst handwerklich eingriff. Dank ihm funktioniere auch die Balgaufzugsanlage wieder. „Sie ist wieder im Betrieb, ein neues Seil ist eingehängt“ erklärte Matthias Godderigde.
Instrument nur noch selten zu finden
Das Zaascher Kircheninstrument ist eine original romantische Orgel mit mechanischer Traktur und in Deutschland nur noch relativ selten zu finden. Viele sind während der Kriege beschädigt oder die Pfeifen zu Rüstungszwecken eingeschmolzen worden, andere in den 50 Jahren in Rückbesinnung auf einem helleren, eben barocken Klang umgestellt worden. „In Zaasch habe man das offenbar vergessen. Heute profitieren wir davon“, so Taatz. Seinem Wissen nach ist es die erste umfangreiche Sanierung des Instruments überhaupt. Historisches Materials so weit es geht zu erhalten, darauf habe man geachtet und größte Sorgfalt darauf gelegt.
Die Zaascher Orgel besitzt insgesamt zwölf Register, zehn in der Hauptlade, dabei sieben im ersten, drei im zweiten Manual sowie zwei Pedalregister.
 
Zu den hauptsächlich auszuführenden Arbeiten zählte die Beseitigung von Undichtheiten. „Die Ventile wurden unter anderem neu beledert“, erklärte Daniel Gatzsche. Auch wurde die Orgel gründlich gereinigt, neu gestimmt. Dazu wurde sie nahezu vollständig auseinandergenommen und dann wieder vor Ort zusammengesetzt. Die Experten mussten sich auch mit dem Holzwurmbefall befassen. „Manche Stellen waren gut und vertretbar zu behandeln, ohne dass der Klang der Orgel darunter leidet. Dort, wo es nicht ging, wurden die Holzteile gewechselt“, teilte Godderidge mit. Leider seien bei der Bekämpfung des Holzwurmes Grenzen gesetzt.
Sanierung fast geschlossen
Mit der Orgelsanierung ist die Erneuerung des Gotteshauses im Inneren und Äußeren nahezu abgeschlossen. Lediglich das Glockenspiel wäre noch dran. Im Gegensatz zu den bislang erledigten Arbeiten gebe es dafür eher wenig Fördermittel. Gleich auf mehrere Töpfe, aus denen Geld zur Unterstützung kam, konnte bei der Orgelsanierung zurückgegriffen werden. „Insgesamt kostet das Orgelvorhaben 56000 Euro“, sagte Taatz. Für die Fördermittel mussten allerdings auch Eigenmittel nachgewiesen wiesen. Die kamen unter anderem aus Spenden zusammen. Michael Czupalla, ehemaliger Landrat, hatte sich zu seiner Verabschiedung auch dafür Spenden gewünscht. Noch ist aber auch eine Summe offen.
Offiziell in Dienst gestellt wird die Orgel am 12. August um 17 Uhr. Es ist zudem der Auftakt für das diesjährige Teichfest in Zaasch.
Artikel veröffentlicht: 04. Juli 2016, LVZ, Ditmar Wohlgemuth
 
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