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walterKrankenhausseelsorger
Pfarrer Michael Walter

Tarostraße 20 • 04103 Leipzig
Tel: 0341/99 38 340 

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Christliche Patientenvorsorge
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) der römisch-katholischen Kirche hatten bereits 2003 in Verbindung mit den weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) die Christliche Patientenverfügung mit Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung herausgegeben. Mit dem seit 1. September 2009 gültigen „Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts“ sind die Voraussetzungen, die Bindungswirkung und die Reichweite von Patientenverfügungen nun ausdrücklich und eindeutig geregelt. Die neue Gesetzeslage zur Patientenverfügung hat Konsequenzen für die Anwendung von Patientenverfügungen. Daher haben die Herausgeber der „Christlichen Patientenverfügung“ die Überarbeitung unter Berücksichtigung der neuen Rechtslage veranlasst. Die Christliche Patientenvorsorge können Sie HIER auf der Seite der EKD im PDF-Format finden.

„Plötzlich werden ganz andere Themen wichtig…“

Pfarrer Michael Walter ist seit über 10 Jahren als Krankenhausseelsorger tätig

logo khsKirchenkreis. Krankenhausseelsorge ist ein Dienst der Kirchen im Krankenhaus. Der Aufenthalt im Krankenhaus stellt viele Menschen plötzlich vor eine völlig neue Situation. In der oft fremden Umgebung sind neue Situationen zu bewältigen, wichtige Entscheidungen zu fällen, ungewohnte Gefühle und Empfindungen auszuhalten. Manchmal ist der ganze bisherige Lebensentwurf in Frage gestellt. Spannungen, in die menschliches Leben oft gestellt ist, zeigen sich unvermittelt: Machbarkeit und Begrenztheit, Macht und Ohnmacht, Aktivität und Passivität, Hektik und Langeweile, Krankheit als zu reparierender Defekt oder Krankheit als ganzheitliches Ereignis. Um all diese Ängste und Fragen kümmern sich seit vielen Jahren die Krankenhausseelsorger.

grande-walterKrankenhausseelsorge versteht sich als ein personales Gesprächsangebot, das Raum für die Gefühle, Ängste und Hoffnungen der Patienten eröffnet und diese – ausgesprochen, oder unausgesprochen – in Beziehung zu Gottes Zuwendung und Güte setzt.  In einem Gespräch können so auch eigene Kraftquellen entdeckt werden. Das „Hinzukommen und Mitgehen“ der Männer und Frauen in der Krankenhausseelsorge zeigt sich besonders in ihrer Präsenz auf den Stationen, bei den kranken Menschen wie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus. Ihr Gesprächsangebot gilt allen Menschen im Krankenhaus, unabhängig von der Zugehörigkeit zu Konfessionen und Religionen. Im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch ist seit über 10 Jahren Pfarrer Michael Walter als Krankenhausseelsorger tätigt. Es ist regelmäßig im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz – Klinik für Psychiatrie und Neurologie – sowie in den Krankenhäusern in Delitzsch und in Eilenburg anzutreffen. Wen er vor Ort besucht, erfährt er zum einen aus der aktuellen Patientenliste, die er von der Aufnahme im Haus immer aktuell erhält. Denn schon bei der Aufnahme des Patienten wird auch danach gefragt, ob der Wunsch besteht, dass der Krankenhausseelsorger einmal vorbeischaut. Aber auch Hinweise des Pflegepersonals oder der Ärzte finden bei den Vorort-Besuchen entsprechende Berücksichtigung. Manchmal gibt es auch einen Anruf aus der Kirchgemeinde oder von Angehörigen des Betroffenen. Und nicht zuletzt ergeben sich immer wieder Gespräch „rein zufällig“, wie Michael Walter weiß, halt wenn Patienten bemerken, wer der Mann mit der Blume im Kreuz am Revers ist. Oder wenn eine Bibel auf dem Nachttisch liegt, dann ist das auch schon einmal ein optischer Wink für eine Nachfrage nach dem Befinden. Die Gesprächsinhalte sind recht unterschiedlich. Nicht immer steht der eigentliche Grund für das momentane Hiersein des Patienten im Mittelpunkt. Die Zeit im Krankhaus eröffnet einigen die Zeit für eine ganz persönliche Zwischenbilanz. Plötzlich werden dann anderen Themen wichtig, die es zu überdenken und mit dem Krankenhausseelsorger zu besprechen gilt. Die Gesprächsinhalte richten sich in jedem Fall nach dem, was die Menschen in diesem Moment bewegt. Und somit fällt auch die Gesprächsdauer recht unterschiedlich aus. „Das reicht von fünf Minuten schon einmal bis hin zu einer dreiviertel Stunde“, schätzt Michael Walter zurückblickend ein. Die Kontakte mit den Menschen sind oft einmalig, denn die Verweildauer der Patienten in den Kliniken ist meist recht kurz. Dabei kann er in der Kürze der Zeit nicht allzu viel tun – das Zuhören sei wichtig und auch sein Humor, der schon öfters die Angst aus dem Gespräch herausgenommen hat. Trost spenden ist in vielen Fällen angebracht und dies gelingt ihm auch durch einem Psalmgebet, womit so ein Gespräch am Krankenbett oft endet. Auf die Nachfrage, ob denn sein Besuch am Krankenbett von den Patienten als „schlechtes Zeichen“ oder „böses Omen“ angesehen wird, muss Michael Walter lachen. „Manchmal ja“, meint er und erinnert sich an einen Fall, wo ihm ein Mann erschrocken antwortet: „Huch, Herr Pfarrer, ist es denn schon soweit?“ Doch Michael Walter versteht sich in seiner Aufgabe in keiner Weise als eine Art Todesbote. Im Gegenteil: „Meine Aufgabe ist nicht der Tod, sondern das Leben“, sagt der Seelsorger und er versteht sein Tun in der Klinik und an den Menschen im Sinne der Kirche – getreu dem Motto „Auch hier ist die Kirche – ihr seid nicht allein“. Andreas Bechert